Worüber sich Tierhalter Gedanken machen sollten

Von Lilly Buz


Unsere Vierbeiner gehören fest zu unserem Leben und wir nehmen sie so oft mit, wie es geht. Aber egal, ob zur Arbeit oder zum Arzt. Es gibt Wege, auf denen uns unsere Fellnasen nicht begleiten können und so lassen wir sie schweren Herzens allein Zuhause zurück. Doch was, wenn während der Abwesenheit etwas Zuhause passiert? Oder was, wenn Herrchen oder Frauchen etwas passiert und sie nicht mehr Heim kommen? Wie lassen wir unserem kuscheligen Familienmitglied am schnellsten Hilfe zukommen? Damit habe ich mich beschäftigt und möchte euch hier zwei einfache Möglichkeiten vorstellen:


Mein Tier ist allein und ein Feuer bricht aus.


Bei Eintreffen der Feuerwehr führen diese erst einmal eine Lagenerkundung durch. Dazu gehört auch die Befragung anderer Anwohner und Zeugen, um sich einen möglichst genauen Überblick der Situation zu verschaffen und die genaue Vorgehensweise festlegen zu können. Hat die Feuerwehr die Information erhalten, dass das Gebäude leer ist, beginnen sie sofort mit der Brandbekämpfung. Hat die Feuerwehr jedoch die Information erhalten, dass sich noch eine Person oder ein Tier im Gebäude befindet, wird umgehend ein Suchtrupp zu dessen Rettung hinein gesandt. Eine Ausnahme gibt es nur, insofern akute Gefahr für die Einsatzkräfte besteht. Ansonsten wird jeder gerettet. Egal ob Mensch, Hund, Katze oder Nagetier. Jedes Leben zählt für die Feuerwehr gleichermaßen. Doch nicht jeder Nachbar weiß von jedem, was und wie viele Haustiere dieser besitzt oder wo diese sich gerade aufhalten. Für Hund und Katze ist der erste Instinkt sich zu verstecken. Das bedeutet, dass sie oft in einer der hintersten Ecken Zuflucht suchen. Tiere, welche in Volieren oder Käfigen gehalten werden, haben keine Möglichkeit sich selbständig in Sicherheit zu bringen.


Was kann ich tun?


Beim Verlassen des Hauses oder der Wohnung, ist es sinnvoll die Tiere im Eingangsbereich zurück zu lassen. Türen zu weiteren Zimmern und Treppenaufgänge sollten verschlossen sein. Keine Sorge, das Tier selber stört dies nicht. Im Gegenteil. Bewiesener Maßen sind Hunde ausgeglichener, wenn sie während der Abwesenheit der Besitzer zur Ruhe kommen können und nicht zu viel Verantwortung übernehmen müssen. Ein Hund, der lediglich ein Zimmer beaufsichtigt, hat damit bessere Möglichkeiten, sich auszuruhen, als ein Hund, der während der Abwesenheit des Besitzers zwischen mehreren Zimmern hin und her laufen muss, um diese zu bewachen. Nun kann sich das Tier auch nicht mehr in der hintersten Ecke verkriechen und sich im Ernstfall schnell nach außen hin bemerkbar machen. Die Einsatzkräfte haben eine kurze Distanz zu dem Tier, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit der pünktlichen Rettung massiv erhöht. Ein Zusätzlicher Hinweis für die Feuerwehr kann zur schnellen Rettung beitragen. Dazu einfach das Schild ausdrucken und ausgefüllt an der Tür anbringen.


Herrchen oder Frauchen kommen nicht nach Hause?


Unfälle passieren im Sekundentakt. Viele davon gehen ohne schwerere Verletzungen aus. Aber was passiert nun, wenn man einige Tage nicht mehr nach Hause kommt? Im Idealfall ist der Verletzte selbst in der Lage einen Notfallkontakt zu benachrichtigen, der sich während der Abwesenheit um das zurückgelassene Tier kümmert. Sollte der Verletzte nicht in der Lage sein, kann dies bei Ansprechbarkeit, auch dem Pflegepersonal oder dem Notdienst mitgeteilt werden. Diese werden dann die Polizei informieren. Die Polizei wird dem Tier nun umgehend Hilfe zukommen lassen. Im Besten Falle durch nahe Verwandte oder Freunde, welche als Notfallkontakt ausgewählt sind. Sollte dies nicht möglich sein, wird das Tier, bis zur Genesung des Besitzers, in die Obhut des Tierschutz oder einer Tierpflegestelle gegeben. Ist der Verletzte nicht ansprechbar, gibt es eine weitere Möglichkeit auf das Alleinsein des Tieres aufmerksam zu machen. Der Notdienst, sowie das Krankenhaus werden die Versorgung abrechnen. Das Krankenhaus selber wird umgehend eine Krankenakte anlegen. Dazu suchen diese in den Papieren des Verletzten, nach dessen Personalien. Es empfiehlt sich daher, bei den Personalien einen entsprechenden Hinweis, welcher auf das Alleinsein des Tieres aufmerksam macht, aufzubewahren. Dazu einfach folgende Karte ausdrucken, Notfallkontakt eintragen und zu den Personalien legen.

Bedenken Sie, auch wenn Sie nur kurz außer Haus zu gehen planen: Im Ernstfall könnte Ihr Tier mehrere Stunden alleine sein. Füllen Sie daher, gerade im Sommer, den Wassernapf Ihres Tieres noch einmal voll auf, bevor Sie das Haus verlassen.


Kein Notfallkontakt?


Gerade ist man in eine neue Stadt gezogen. Weit entfernt von Freunden und Verwandten. Zumeist kennt man noch niemanden, der das Tier spontan in Obhut nehmen könnte, sollte etwas passieren. Viele Tierpensionen stehen hier gerne als Notfallkontakt zur Verfügung. Vereinbaren Sie einen Termin zum Kennenlernen und klären Sie die Kosten, welche im Ernstfall berechnet werden, ab. Haben Sie das nötige Vertrauen gefasst, hinterlegen Sie dort einen Schlüssel, sodass die Mitarbeiter Ihr Tier im Ernstfall abholen können.


Wir alle hoffen, dass wir nie in eine solche Notsituation geraten. Dennoch sollten wir, zum Wohle unserer Haustiere, darauf vorbereitet sein.

Bilder: Lilly Buz