Selbstversorger werden

Die Preise im Supermarkt steigen stetig an, das Gehalt bleibt gleich. Haben wir für ein Kilogramm Tomaten vor zehn Jahren noch etwas mehr als einen Euro gezahlt, sind wir heute schon bei mehr als dem Doppelten. Doch Tomaten, wie auch anderes Obst und Gemüse können ganz einfach im heimischen Garten angebaut werden. Und das mit geringem Zeit- und wenig finanziellen Aufwand. Dabei benötigen wir nicht einmal viel Platz, denn das wichtigste ist die Planung.

Vom Frühjahr bis in den späten Herbst hinein. Jedes Obst und jedes Gemüse hat seine Saison. Und so muss kein Feld unbenutzt bleiben, denn die Pflanzen sind verträglich und teilen sich gerne ein Beet mit einem anderen Artgenossen, sofern ihm dieser nicht zur selben Zeit in die Quere kommt. Die meisten Salate und Gemüse gibt es als Aussaat günstig in jedem Supermarkt. Für spezielle Gemüse- oder Obstsorten gibt es bereits mehrere gute Fachhändler, über den die Pflanzen meist auch online erworben werden können. Ist der Garten erst einmal geplant und bepflanzt, ist die meiste Arbeit schon getan, denn viele Sorten sind bereits als mehrjährige Pflanzen zu erwerben. So
bedarf es nur noch der alltäglichen Pflege.

Ein Selbstversorger-Garten ist klimafreundlich und biologisch. Der Nutzen liegt weit über den Kosten und dem Aufwand, sodass sich dies in jedem Falle lohnt. Obst, wie auch Gemüse kann sich bei guter Lagerung fast bis zu einem Jahr halten. Am wohlsten fühlen sich die geernteten Früchte in einem dunklen, trockenen Keller. Gerne in Holzkisten
oder alternativ auf Zeitungspapier ausgebreitet gelagert. Früchte, wie Kirschen und Beeren halten sich am besten eingemacht. Entweder in Zucker oder in Rum. So hat man das ganze Jahr über eine große Auswahl an Obst und Gemüse aus eigenem Anbau zur Verfügung. Aber Vorsicht, es gibt auch einen großen Nachteil, den ich hier erwähnen muss: Sind die ersten Früchte erst einmal gereift, bedarf es großer Selbstbeherrschung diese nicht direkt von den Pflanzen weg zu naschen.

Ist im Garten noch etwas Platz? Dann kann man noch einen kleinen Stall mit darunter liegendem Auslauf bauen. Vier bis sechs Hühner freuen sich hier über ein schönes Zuhause und werden sich im Durchschnitt mit drei frischen Eiern am Tag dafür bedanken. Gerne vernichten die Hühner auch die abgeernteten Pflanzen, sowie biologischen Müll, der bislang vermutlich in einer extra Tonne abgeholt und bezahlt wurde. Abgemähtes Gras dient den Hühnern als Einstreu, Futter pro Huhn ist im Jahr mit maximal zehn Euro zu kalkulieren, wohingegen Bio-Eier der gleichen Menge im Jahr knapp 300 Euro kosten würden. Baut man das Gatter etwas aus und zieht einen
schmalen Zaun entlang dem Gartenzaun, können die Hühner den ganzen Garten umrunden, ohne dabei frei herum zu laufen. Schnecken welche aus nebenliegenden Grundstücken kommen und in die Beete möchten, werden sogleich von den Hühnern abgefangen und gefressen.

Ein Selbstversorger-Garten macht Spaß und spart viel Geld. Eine erste Anregung zur Planung veranschauliche ich in folgenden Grafiken. Versuchen Sie es gerne selbst.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und vor allem viel Freude.

1

Abgrenzung für den Hühnergarten mit Auslauf.

Kürbis wird in einfacher Reihe an der Hauswand entlang ausgesät. Dieser kann im Spätherbst bis in den frühen Winter geerntet werden. Wichtig ist, dass der Kürbis ab Entwicklung der Früchte deutlich mehr Platz benötigt, weshalb hierfür ein nebenliegendes Feld kalkuliert werden sollte.

Im März können Kartoffeln ausgesät werden. Diese können im Juli geerntet werden. Im Mai kann bereits mit der Aussaat verschiedener Salate, zwischen den Kartoffelpflanzen, begonnen werden. Der Salat wird zwischen August bis Oktober geerntet. Ab Oktober sollte dieses Beet dann frei gelassen werden, da der Kürbis sich nun auf diesem Beet ausbreiten wird. Im Dezember kann hier Spinat ausgesät werden. Dieser wird im März geerntet.

2

Im Mai können hier Gurken, Zucchini, Tomaten und Paprika angepflanzt und bereits ab Juni geerntet werden. Im Juni können Sie dann Brokkoli und Blumenkohl anpflanzen. Dieser ist im Oktober erntereif. Jetzt ist Platz für Winterkohl, Winterzwiebeln und Champignons. Diese können dann ab Februar geerntet werden. Champignons können auch an anderer Stelle als Lückenfüller dienen,
denn diese kommen das ganze Jahr.

3

Hier können Obststräucher, wie Johannisbeere, Himmbeere oder Brommbeere am Zaun entlang 
gepflanzt werden. Diese dienen gleichzeitig als Sicht- und Sonnenschutz. Man sollte jedoch daran denken, die Wurzelbildung durch eine Sperre einzugrenzen, da sich diese Sträucher gerne wild ausbreiten.

4

Hier kann ab März das sogenannte Säulen-Obst gepflanzt werden. Noch nie gehört? Durch 
Züchtungen ist es gelungen verschiedene Obstsorten in strauchartige Formen zu bringen, sodass diese auch in Kübeln und kleinen Gärten angepflanzt werden können. In dieser Form kann Aprikose, Kirsche, Pflaume, Erdbeere, Kiwi, Apfel, Birne und Traube angebaut werden. Die Erntezeit liegt je nach Obst zwischen Juni und August. Hat man sich für ein mehrjähriges Exemplar entschieden, wird die Pflanze nach der Ernte zurück geschnitten. Ab Frühjahr kann man sich einer herrlichen Blütenpracht erfreuen, bevor die nächste Erntesaison beginnt.

5

Hier kann Rhabarber und Sanddorn angepflanzt werden. Ab Februar entwickeln sich die ersten 
Triebe. Zwischen Juli und September ist Erntezeit. Beides eignet sich ausgezeichnet zur Verarbeitung zum Likör. Nach der Ernte werden die Pflanzen bodentief zurück geschnitten. Den hier gewonnen Platz kann man nun für den Anbau von Chiccoree nutzen. Dieser kann um die Pflanzen herum gesetzt
werden und wird im Februar geerntet.

 

Ein Artikel von Lilly Buz

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