Die Klimakrise – Das solltest du wissen

>> Heute verbauchen wir täglich 100 Millionen Barrell Öl. Es gibt keine Politik, um das zu verändern. Es gibt keine Regel, um dieses Öl im Boden zu halten. Wir können also die Welt nicht retten, indem wir uns an die Regeln halten. Denn diese Regeln müssen geändert werden. Alles muss sich ändern. Und zwar ab heute.<< – Greta Thunberg

Die Ursachen & Folgen

Mit dem Beginn der Industrialisierung hat sich die Durchschnittstemperatur der Erde um 1° C erhöht. Die Verbrennung fossiler Energieträger trägt nämlich dazu bei, dass Unmengen von CO2 in die Atmosphäre geschleudert werden. CO2 ist ein Treibhausgas. Treibhausgase sind Gase, die sich in der Atmosphäre anreichern und thermische Strahlung, die vom Erdboden abgegeben wird absorbieren. Das ist normalerweise ein natürlicher Prozess, der die Erde vor dem Auskühlen bewahrt. Die wichtigsten natürlichen Treibhausgase sind Ozon, Wasserdampf, Kohlendioxid, Distickstoffoxid und Methan. Wird der Treibhauseffekt jedoch künstlich verstärkt, führt das zur globalen Erwärmung. 

Dieses Szenario ist leider Realität. Der künstliche Treibhauseffekt wird vor allem durch den massenhaften CO2-Ausstoß der Industrie hervorgerufen. Die Herausforderung ist, dass alle Industrie- und Schwellenländer ihren CO2-Ausstoß immens verringern müssen. Ansonsten ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die Durchschnittstemperatur der Erde um 4°C erhöht. Und das bis zum Ende dieses Jahrhunderts. Das bedeutet, wir steuern auf eine Heißzeit zu. Es gäbe dann Orte auf der Welt, die nicht mehr bewohnbar wären, was zu enormen Flüchtlingsströmen führen würde. Hamburg könnte schon in dreißig Jahren unter Wasser stehen. Durch die schmelzenden Polkappen steigt der Meeresspiegel an und davon ist Deutschland direkt betroffen. Man muss sich vorstellen, dass mit jedem Grad mehr der Meeresspiegel um mehr als zwei Meter ansteigt. Das ist gewaltig. Regionen wie Florida in den USA kämpfen schon heute mit den Auswirkungen der Klimaerwärmung und müssen ihre Straßen erhöhen, um Überschwemmungen zu vermeiden. Die Zeit wird knapp. Sehr knapp. Denn das Ziel ist, dass sich die Durchschnittstemperatur der Erde um nicht mehr als 1,5 – 2°C erhöht. 

Klimakiller

Der größte Klimakiller ist die Braunkohle. Der damit erzeugte Strom ist nicht nur der klimaschädlichste, sondern auch der gesundheitsschädlichste Strom überhaupt. Neben CO2 werden massenhaft Schwermetalle, wie Quecksilber, Arsen oder Blei freigesetzt. Für den Menschen hat das Folgen. Durch Arsen und Blei steigt das Krebsrisiko und Quecksilber ist ein Nervengift, das zu Hirnschäden führen kann. 

Deutschland verbrennt weltweit am meisten Braunkohle. Sogar mehr als die größten Klimasünder USA und China. 2014 nahm sich die deutsche Bundesregierung vor, die CO2 -Emissionen bis 2020 um 40% zu verringern. Laut dem Klimaschutzbericht 2018 steht fest, dass Deutschland dieses Ziel verfehlt. Die Bundesregierung steht in der Kritik, dass sie rein gar nichts dafür getan hat, um dieses Ziel überhaupt zu erreichen. Stattdessen sind die Emissionen sogar angestiegen. Es müssen massive Veränderungen im Verkehr und der Industrie stattfinden, um eine nötige Wandlung zu erzielen. 

Der wichtigste Schritt für Deutschland ist der Kohleausstieg. Das neue Ziel der Bundesregierung ist, die Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 um 85% im Vergleich zum Jahr 1990 zu reduzieren. Dafür ist ein schnellstmöglicher Kohleausstieg Voraussetzung. Das soll bis 2030 passieren. Schon im Pariser Klimaschutzabbkommen (UN-Klimakonferenz Paris) vom 12. November 2015 wurde das festgehalten. 197 Staaten einigten sich damit auf ein globales Klimaabkommen. Am 4. November 2016 trat es in Kraft. Die USA stieg am 1. Juni 2017 unter der Regierung von Donald Trump aus dem Abkommen aus. Donald Trump zählt im Übrigen zur Gruppe der Klimaleugner, die glaubt, dass die globale Erwärmung überhaupt nicht existiere. 

An der Stelle möchte ich die Dokumentation „Before the flood“ von Leonardo DiCaprio empfehlen. Dort wird gut verbildlicht, welchen Einfluss die USA auf den Klimawandel hat. Aber auch globale Auswirkungen werden aufgezeigt, die bestimmt niemanden kalt lassen. Die Doku ist auf Netflix verfügbar.

Das Problem mit dem Erdöl

In der Öffentlichkeit wird viel darüber gesprochen, dass die weltweiten Erdölreserven zur Neige gehen. Nur noch 40 Jahre sollen sie angeblich reichen. Wir Menschen nutzen Erdöl zur Herstellung von Kraftstoffen, wie Benzin oder Diesel, aber auch für die Energiegewinnung. Erdöl ist allerdings extrem problematisch für die Umwelt. Der CO2 – Ausstoß belastet das Klima, bei der Gewinnung werden Wälder abgeholzt und in Küstenregionen entstehen gewaltige Bohrinsellandschaften. Gibt es eine Panne, hat das verheerende Auswirkungen. Ölteppiche und mit Erdöl verseuchte Abwässer verpesten die Meere und vergiften unsere Natur. Das Geschäft mit dem Erdöl ist ein dreckiges Geschäft, denn die führenden Ölkonzerne interessiert nichts weiter, als die Gewinnmaximierung. Für unsere Umwelt bleibt keinerlei Empathie übrig. Es geht nur ums Geld. 

Erdöl ist, wie auch Braunkohle oder Erdgas, ein fossiler Energieträger, der innerhalb von Millionen Jahren aus pflanzlichen und tierischen Überresten durch den Druck der Bodenschichten entsteht. 

Fakt ist, dass die Ölindustrie nicht nur unserem Klima, sondern gleichzeitig auch der Tierwelt und Natur schadet. Das macht Erdöl zu einer besonders großen Gefahr. 

Was muss passieren?

Damit sich unsere Umwelt regenerieren kann, müssen vor allem die weltweiten Regierungen zur Verantwortung gezogen werden. Wir müssen Druck machen, denn die Uhr tickt. Die Regierung muss endlich schärfere Gesetze für den Schutz unserer Umwelt auf den Weg bringen, damit auch die Industrie keine andere Wahl hat, als umzudenken. Ein großer Aspekt dessen ist, auf erneuerbare Energien umzustellen. Der Witz ist, dass wir mittlerweile ausschließlich mit erneuerbaren Energien Strom erzeugen könnten.

Wir brauchen zudem eine Verkehrswende. Die Entwicklung von Elektrofahrzeugen ist allerdings noch lange nicht ausgereift und schon gar nicht für jeden Bürger erschwinglich. Noch dazu lässt sich darüber streiten, wie ökologisch so ein Elektroauto wirklich ist. Es beginnt bei der Produktion der Batterien und geht weiter, mit welchem Strom sie am Ende geladen wird. Hier muss also noch einiges passieren. 

Aber auch wir als Verbraucher können einen enormen Beitrag leisten, wenn wir das Problem ernst genug nehmen und bereit sind aus unserer Komfortzone zu treten. 

Für die meisten Menschen ist der Klimawandel nicht greifbar genug. Stumpf gesagt, spüren oder erkennen sie die Auswirkungen nicht zur Genüge. Deshalb muss dringend aufgeklärt und gezeigt werden, wie präsent das Problem ist, damit die Ausreden aufhören. 

Was kann ich als Verbraucher tun?

Ein häufiges Argument ist, dass Menschen Angst haben, dass ihre Lebensqualität leidet, wenn sie zugunsten der Umwelt ihre Gewohnheiten ändern. Dabei wird außer Acht gelassen, dass mit einer gesunden Umwelt unsere Lebensqualität nur steigen kann.

Als Mutter denke ich vor allem an die Zukunft meines Kindes. Ich will unsere Tochter beschützen, ich möchte, dass sie eine Zukunft hat und die ist nur gesichert, wenn wir Menschen uns dem Problem Klimawandel annehmen. Ich denke, das wünscht sich jede Mama für ihr Kind. 

Es geht auch gar nicht darum, auf alles, was einem lieb ist zu verzichten. Das ist Quatsch. Wichtig ist, dass man beginnt den eigenen Konsum zu überdenken und die Bereitschaft entwickelt einen Beitrag zu leisten. Man tut es schließlich auch für sich selbst.

Es beginnt damit weitgehend auf Wegwerfartikel zu verzichten. Plastik fördert nicht nur die weltweite Müllbelastung und vergiftet die Meere, im Wasser setzt es auch Treibhausgase, wie Methan und Ethylen frei. Zum Beispiel, kann man beim Einkaufen auf wiederverwendbare Obst- und Gemüsenetze umstellen, anstatt die obligatorischen Plastiktüten zu verwenden. Allgemein ist es wichtig, so verpackungsfrei wie möglich einzukaufen. Außerdem spielt auch Regionalität eine große Rolle. Lebensmittel aus der Region kommen über kürzere Transportwege beim Verbraucher an, das spart CO2
Zum Thema „umweltfreundliches Einkaufen“, wird es aber noch separate Artikel geben. 

Ein bisschen mehr Fahrrad fahren oder zu Fuß laufen spart Ressourcen und CO2-Emissionen ein, obendrein nehmen wir damit positiv Einfluss auf unsere Gesundheit. 
Zur Fortbewegung zählt natürlich auch das Thema Urlaub. Natürlich ist Fliegen bequem, es verbraucht aber auch Unmengen an Energie und fördert den Treibhauseffekt. Eine gute Alternative ist der Zug. Natürlich bedeutet das nicht, dass man nie wieder eine Fernreise machen darf, es geht lediglich darum, diese Art des Reisens bestmöglich zu reduzieren. Zur Fortbewegung in der Stadt kann man auch wunderbar auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen. In Hamburg spart man damit nicht nur CO2 ein, sondern hält auch den Stresspegel geringer. 

Kommen wir zur Ernährung. Unser Fleischkonsum in Deutschland beträgt jährlich durchschnittlich 60kg/Kopf. Die konventionelle Massentierhaltung verursacht mehr CO2-Emissionen, als die großen Ölkonzerne, zählt also zu unseren größten Klimakillern. Um diesen CO2-Ausstoß zu reduzieren, müsste der Fleischkonsum jährlich zumindest auf 22kg/Kopf verringert werden. Auf Dauer müsste der Konsum sogar noch weiter sinken. 
Das bedeutet also nicht, dass man gänzlich auf Fleisch verzichten muss. Es hilft schon, wenn man damit beginnt nur noch ein bis zwei mal die Woche Fleisch zu essen. 

Warum Fleisch so klimaschädlich ist? Zum Beispiel, stoßen Kühe Unmengen Methan aus, ein Gas, das extrem zum Treibhauseffekt beiträgt. Noch dazu geht der Wahnsinn mit der Schlachtung, dem Transport und der Herstellung weiter. Dabei werden Ressourcen ohne Ende verbraten und ein Haufen Treibhausgase freigesetzt.

Verändern wir unser Konsumverhalten, wird auch die Industrie früher oder später dazu gezwungen sein umzudenken. Man sieht es heute schon an vielen Ecken. Immer mehr Menschen präferieren einen natürlicheren Lebensstil, um sich und ihren Kindern ein gesünderes Leben in einer gesünderen Welt zu ermöglichen. Man kann heute schon alles gegen ein ökologisches Pendant ersetzen, sei es die Zahnbürste, das Shampoo oder auch Waschmittel. Der Markt ist riesig geworden. Ich appelliere aber immer dazu, nicht zum „Konsum-Öko“ zu mutieren. Es geht nicht darum, wie verrückt einzukaufen, nur weil es als ökologisch vermarktet wird. Hinterfragen ist die Devise, denn auch Produktion, Transport und die Rohstoffe müssen stimmen. Außerdem geht es ja auch darum unseren Konsum zu überdenken, ihn zu reduzieren und nicht nur durch etwas anderes zu ersetzen. Dann können wir gewiss in eine bessere Zukunft blicken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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